Aufgelegt! poetry-code

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Bin ich heute gar aufgelegt, die just entstandene Diskussion um „poetry“ und „code“ in der mir möglicher Divergenz zu einem Artikel umzuarbeiten. Anlass dafür – nebst diskonnektierender Beendigung einer kausalträchtigen Verbindung akustischer Art –  der letzte Kommentar von Siegfried , in dem er diskursiv auf mein statement „poetry is code“ eingeht mit den Gegenthese „code is poetry“ und führt über argumentative Darstellung zur metasprachlichen Frage „Huhn oder Ei?“.

So kann ich dann nur die mangelnde dritte Unbekannte der „Formel“:

IF s(f)T = P   THEN DO subroutine1 {div PT…}

IF s(f)T <= P THEN  DO subroutine2 {for P…}

IF s(f)T => P THEN DO  subroutine3 {for T …]

Wobei eben die sprachliche Variante nur zweidimensionale Antworten zulässt, die „digitale“ hingegen mindestens 3 Optionen ermöglicht und bei anderweitiger Definition eine nahezu entitäre Flut weiterer Optionen (N-AND, N-OR, etc…) ermöglicht, die strukturalistisch klaren Prinzipien unterliegen und die nicht wie ein  Anruf abrupt unterbrochen werden können – sei es aus Leitungstoleranzschwankungen oder Missmut, der vom Büss-Gen herrührt.

Wie nun also des Problems Herrschaft erlangen? Wenn das humane Rätselei in der dualen Gefangenschaft verhaftet ist, unfähig, ihr zu entfliehen, das „Digitale“ hingegen im bitweisen Sequenzieren vorschreibt – dann empfiehlt sich vll. eine adaptive Anpassung – sprich:

WIR LERNEN CARRIER MODULIEREN oder auf looppool die Unendlichkeit der Kombinierbarkeit…

 

Musikalisch f-e-ä/-h-l/l/t mir dazu: Mad(e) wor(l)d

 

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von
Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem
Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine –
Gramborns – ureigenste Lust darin stecken?

Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr – und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts – kein Schmerz in meinem Leben – verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge…….
.
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Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung
“ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde.

Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten.

Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit – danach war es um mich geschehen!

Dieser Beitrag wurde unter April, Frank Weimar im Alterswohnheim für DFÜ-Abhängige, Frank Weimar im Alterswohnheim für DFÜ-Abhängige, Nonsens, Transparenz abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Kommentare zu Aufgelegt! poetry-code

  1. Siegfried sagt:

    Na dann wünsche ich weiter muntere Verwurstung. Habe Dein Blog jedenfalls mal abonniert.

    [offtopic an]Ich habe meinen alten XT auch noch. Selbst zusammengebaut. V20 CPU, C’t V20 BIOS, Mathe-Coprozessor, u.s.w., also bis zum Anschlag aufgerüstet. Letztes Semester (ich studiere Abends Inormatik) habe ich ihn anlässlich eines Vortrags (Treiberentwicklung) sogar mal wieder reaktiviert. Funktioniert noch.[offtopic aus]

    Dass Du durch Deine Auszeit ein bisschen was verpasst hast, ist so schlimm nicht. Es ist derartig viel passiert, dass ich auch ohne Auszeit so Einiges verpasst habe. Und wie Du siehst, lebe ich trotzdem noch 🙂

  2. Siegfried sagt:

    Hmmm, faszinierend. Die klassische digitale Logik erlaubt ja nur ja-nein Ergebnisse. Die Dualität der Dinge sozusagen auf die Spitze getrieben (oder konsequent umgesetzt). Das mehr-oder-weniger der natürlichen Sprache ist in der digitalen Logik eigentlich nicht vorgesehen. Insbesondere die von Dir angesprochene dreiwertige Logik (z.B. ja, nein, weiss nicht) ist zwar schon oft angedacht worden, aber nie wirklich realisiert worden. Oder besser, nie wirklich groß bekannt geworden. Es gibt in der Hardware die Tri-State Gatter, die ausser 1 und 0 noch einen dritten haben. Und es gibt die sogenannte Fuzzy-Logic, die genau dieses mehr-oder-weniger versucht umzusetzen. Mit teilweise verblüffenden Ergebnissen. Aber in aller Regel wird immer noch dual progammiert:

    if (x) then {…} else {…}

    Entweder ist x wahr oder falsch. Ein „vielleicht“ oder „weiss nicht“ ist nicht vorgesehen. Fakt ist, wenn x unbekannt ist (technisch: Wenn x noch nie einen Wert erhalten hat), ist der Verlauf obigen Programmschnipsels zwar unvorhersehbar, aber es gibt trotzdem keinen dritten Weg, sondern nur die zwei vorgegebenen.

    Selbst die von Dir angesprochenen Möglichkeiten der Kombination liefern diskrete endliche Werte, keinerlei Zwischentöne.

    Eine Ausname gibt es allerdings, und zwar den von dir angesprochenen Fall der plötzlichen Unterbrechung (technisch: Stromausfall). Da gibt es tatsächlich für einen sehr kurzen Moment milliarden undefinierter Zustände, die irgendwo zwischen 1 und 0 schwimmen. Es gibt also einen kurzen Moment zwischen einer totalen ordnung vor der Unterbrechung und einer totalen Ordnung nach der Unterbrechung einen Zustand des kompletten Chaos. Wobei hier noch dazu kommt, dass eine Beobachtung (Messung) des aktuellen Zustandes den Zustand verändert. Das ist so ungefähr wie das mit dem Licht im Kühlschrank. Oder auch wie mit Schrödingers Katze.

    Die menschliche Srache hingegen basiert auf eben diesem Chaos, auf der nie genau bestimmten Position zwischen hier und dort, und damit auf der Möglichkeit, noch ganz unbekannte Positionen zu finden.

    *Grins* Ich hätte nie gedacht, dass ich als Softwareentwickler mal Jemanden finde, der diese Konzepte versteht 🙂

    • sputtins sagt:

      Salve, S.!
      Durch fuzzylogic, entitäre Strukturierung der CSS-Rules und Teilbarkeit in infinitissimal kleine „Schnipselchen“, die jeweils weiter verschnipselt werden, entstehen m.E. unendliche Werte, da Teilbarkeit kein Ende kennt…
      Ich sehe da eine große Homogenität zu menschlicher Sprache, wie ich in http://www.pressking.com/press-releases/Ist-Sprache-nur-ein-Computersystem-Poetry-is-code–007484 erläutere…
      Greetz
      Sabine

      • Siegfried sagt:

        Was die unendliche Teilbarkeit angeht: Kennst Du die Quantentheorie? Allerdings würde diese dann eher aussagen, dass letztendlich auch die menschliche Kommunikation nur digital ist.

        Wir sind die Roboter 🙂

        • sputtins sagt:

          Salve, S.!
          Exakt diese Theorie schleppe ich seit Kindertagen, wo ich – des eigenen Zeitvertreibs wegen – aus allem die Quersummen bildete – „quasi Prüfbits bildend“…

          Und in meinem langen Koma hatte ich auch exakt diese „Annäherungen“ digitaler Welt(en) an humane Realität(en) als perfekt funktionierende Vision vor Augen…

          Ich für meinen Teil habe schon immer nach dem (numerisch umorganisierten) Prinzipien agiert/gedacht/gehandelt. So waren mir Zahlen von jeher genehmer als Buchstabenreihen, denen ich letztlich auch Zahlen zuordnete (mittels vereinfachter Quersummenbildung).

          An PCs/Datenfernübertragung habe ich seit 1986 mit 300 Baud einen „Narren gefressen“ [Anm.: keinen Kölner Jecken – das ist vorbei]…

          Hihi.. eigentlich ist GENAU DAS Hauptthema meines Blogs…;-)

          In diesem digital verspulten Sinne verbleibe ich mit
          Greetz
          Sabine

          • Siegfried sagt:

            Faszinierendes Thema. Witzig ist, dass ich als Softwareentwickler mich diesem Thema nicht über Zahlen, sondern über Worte angenähert habe. Tja, die Welt ist ein globales Dorf. Selbst die Welt der Gedanken und Konzepte.

            Übrigens [Nostalgiemodus an]: Ich habe meinen 300Bd Akustikkoppler noch.[Nostalgiemodus aus]

          • sputtins sagt:

            Salve S.!

            [OFFTOPIC:ON] Ich habe noch meinen Turbo-XT mit 10 Mhz Prozileistung, 20 MB HD (nachgerüstet)+ „neongrün-Leucht-Monochrom-Monitor“ auch noch als „Reliquie“ herumstehen…[OFFTOPIC:OFF]
            Bei mir eher gegenteilig: habe mich als Germanistin über Zahlen (+E-Te-Studium) „genähert“….

            Wobei mir, wegen ca. 2 -3 Jahre „Aus-Zeit“, die Entwicklung von CMS, Backdoor etc. fehlte + ich entsprechenden – existentiell-philosophischen Fragen gegenüberstand/-stehe…

            Deren Verwurstung betreibe ich jedoch ja aktiv in meinem Blog…
            Greetz
            Sabine

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