Über LEBEN

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Überleben impliziert mehr als das blosse Überleben, es beinhaltet zugleich den Willen, überleben zu wollen.

Und manches Mal, da mag man hadern und zaudern an dem Willen des Wollens, so wie es mir kürzlich erging:

Ende September Ende meiner großen Lebensliebe, um die sich mein kleiner Kosmos komplett drehte und damit Ende meines Lebensinhaltes, all meiner Träume, Visionen und deren hypothetisch (unmöglicher) Realisationen. Im Oktober Haftbefehl wegen sechs nicht bezahlter Knollen und Finanzamt mit (geschätzter) Steuernachzahlung, deren Höhe meine Gesamteinnahmen beziffern. Im November Führerscheinentzug (mit einer Woche Zeit der Abgabe) wegen eigener Dusseligkeit.

Da mag man nicht verzagen und sich am liebsten das Leben nehmen… das war der erste Plan. Ein Leben ohne Auto in meinem Wohnort wäre normalerweise nicht das schlimmste, würde ich nicht seit 15 Jahren mit einem unbehandelten Mittelfußknochenbruch herumlaufen: macht mit Auto kein Problem, nur zu Fuß bei Strecken über 1-2 km fühlt sich der Bruch wieder richtig frisch an… die nächste Bushhaltestelle von meinem Wohnort war 2 km entfernt, der nächste Supermarkt 5 km – also ohne Auto kein Überleben in der Einöde, in der ich wohnte, möglich.
Kurze Rede – langer Sinn: ich hatte jetzt eine Woche Zeit, überstürzt aus meiner Wohnung zu flattern:
Völlig vogelfrei…. ach..dann erfahre ich noch, dass ein Textkunde von mir es scheinbar mit dem Urheberrecht extrem ungenau hält, mich für den ersten Textentwurf anmuffelt, sogar seine 25 € zurück wollte, was mich anstachelte, extrem viel Zeit für einen besonders kreativen Text zu opfern, für den er – u.a.? – den doppelten Grimme bekommt…. Nicht schlecht bei 25 Euro + n Investition… Egal: it‘ s sacrificed to the ‚poor in fantasy’…
Aber dann gedenke ich all denen – auch aus meinem Bekanntenkreis – die es weitaus schlimmer als mich erwischt hatte: zum Beispiel eine langjährige Freundin, die seit 5 Jahren HIV-positiv ist, kürzlich durch Fahrlässigkeit ein komplettes Wohnhaus in Brand gesetzt hatte, kurze Zeit obdachlos im septemberkühlen Nächten im Park campierte und die jetzt wegen ihrer fahrlässigen Brandstiftung noch einen Prozess mit Haftstrafe zu erwarten hat.

Oder einen anderen Bekannten, der wieder mal – drogeninduziert – zwangsweise psychiatrisch „inhaftiert“ ist und unter seinen Hallus und Vorstellungen extrem leidet und mit Neuroleptika vollgepumpt dahinvegetiert.

DAS SIND WAHRHAFT krasse und schlimme „ÜBERLEBENSunFälle“, die weitaus eher einen Grund der Selbstaufgabe hätten, als ich wegen Führerschein, Liebe und Finanzamt.
Also: ÜBERLEBENSstrategie planen galt es für mich – Ende November und: gesagt/getan…
Kurzfristigster Umzug zu meiner Tante, bei der ich mehr oder minder aufgewachsen bin – nach Recklinghausen (dort ist seit langem ein Wohnbereich von ca. 30 qm für mich ausgebaut) und NEUSTART… der jezz ansteht…

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine - Gramborns - ureigenste Lust darin stecken? Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr - und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts - kein Schmerz in meinem Leben - verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge....... . . . Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung “ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde. Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten. Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit - danach war es um mich geschehen!
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2 Kommentare zu Über LEBEN

  1. Henry sagt:

    Nun manchmal kommen gewisse Ereignisse, gleich ob positiv oder negativ zusammen. Allerdings kann man sich trösten, wenn es ein Trost ist, dass es ab einem gewissen Zeitpunkt wieder aufwärts geht.

    • sputtins sagt:

      Salve, Henry!

      So denn auch die Hoffnung, die ich hege… manchmal genügt auch das „blosse und blanke Überleben“ nicht für´s „Wohlbefinden“…
      Vor allem, wenn man sich mit den antiquirten Vorstellungen seiner 82-jährigen Ziehmutter (Tante), bei der ich jetzt wohne, herumschlägt, wie:

      Tante: Was blinkt da die ganze Zeit?

      Ich: Das ist der DSL-Router für die Internetverbindung!

      Tante: Das muss aber aus! Nachher brennt das Haus ab.

      oder:

      Versuche, sie zu “bekehren”:

      dass man z.B. praktischerhalber einen Staubsauger verwendet, statt alles mühsam mit Bürste und Kehrer aufzukehren oder

      die 14 Überweisungen mit der Hand schreibt, statt mit Schreibmaschine in 10-12 Stunden (da hohe Vertipperrate)

      Da sind sämtliche „BeKEHRungsversuche“ relativ vergeblich… “laissez-faire” – kann man dann nur sagen ~> Beschäftigungstherapie…

      Und der Versuch, per Internet neue Kontakte in Recklinghausen zu knüpfen, erweist sich auch als extrem vergeblich, da im Internet zumeist (oder ausschließlich?) Online-Irre herumflattern…

      So bleibt das Isolieren mit der Tante und Schwelgen in „Vergangenem“ als fast einzige Option…

      Der Tod rennt nicht davon – den kann man immer schnell einholen und seiner habhaft werden…

      Aber wie im Text bereits erwähnt, gibt es (im Bekanntenkreis) weitaus krassere Fälle mit schlimmeren Lebensbedingungen…

      Ich sehe prinzipiell immer alles positiv, vll. VIEL ZU positiv…

      Greetz
      Sabine

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