Hirntod ≠ Tod?

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Recht auf Gehörn

Derzeit betrübt mich arg das Schicksal des achtjährigen C aus dem Ruhrgebiet, von dem ich über eine Bekannte erfuhr.

Die Bekannte fragte mich, ob mich die Eltern telefonisch kontaktieren könnten, da die Bekannte von mir wusste, dass ich zu Beginn des Jahrtausends lange Zeit im Koma lag und nach einem Herzstillstand mit Reanimation eine Abschaltung der lebenserhaltenden Maßnahmen von den Ärzten angeregt bzw gefordert wurde.
Argument der Ärzte zum Abschalten war damals bei mir vorrangig die mögliche Sauerstoffunterversorgung des Gehirns und bleibende Schäden – kurz: man wisse nicht, ob ich jemals aufwache oder mit welchen funktionalen Einschränkungen, also ob ich durch den Herzstillstand mit fehlender Durchblutung des Gehirns nicht GaGa geworden wäre.
Zum Glück wehrte mein Vater sich damals extrem gegen das Begehr der Ärzte und setzte eine Fortführung der Beatmung und Ernährung durch.
Nun bin ich damals wider Erwartens doch aufgewacht und durfte bislang 15 weitere interessante und aktionsangereicherte Jahre erleben.
Meine eigene Meinung zu Euthanasierung von Komatösen oder Schwerstkranken hat sich dementsprechend als ablehnend entwickelt.

Und so kontaktierten mich die Eltern des achtjährigen C und erzählten mir die Leidensgeschichte ihres geliebten Sohnes:

Anamnese von C

Der 8-jährige C litt an einem Hirntumor, der vor wenigen Jahren operativ behandelt wurde.

Nun stellten sich am 12.03.2018 erneute Symptome eines Tumorreziditivs ein und sie wurden nach Schwindelanfällen, Bauchkrämpfen und extremen Kopfschmerzen von C als Notfall in der Uniklinik vorstellig.

Obwohl C mit dem Hirntumor zuvor in der Uniklinik in Behandlung war, wurde er mit der Fehldiagnose `Magenverstimmung´ nach Hause geschickt und der damals bereits bestehende zu hohe Hirndruck blieb unbehandelt.

Wichtige Tage verstrichen unbehandelt und erst nach einer Notoperation in der Nacht des 14.03. wurde der hohe Hirndruck behoben.

Die Eltern verwiesen die Ärzte mehrmals auf den Tumor und die Dringlichkeit eines operativen Eingriffs, dennoch wurde die OP, bei der eine Drainage (Shant) gesetzt wurde, erst 3 Tage nach der (ersten) Einlieferung in die Uniklinik angesetzt.

Nach der OP wurde C Morphium zur Schmerzstillung verabreicht und die Eltern mutmaßten auch hierbei einen Behandlungsfehler, denn C fiel ins Koma, aus dem er bislang nicht erwachte.

Erst am 15.3. wurde das dringend notwendige MRT erstellt.

Obwohl bereits angeblich am 17.3 der Hirntod festgestellt wurde, zeigte das EEG am 21.03. noch Aktivität.

Hirn?Tod?

Hirntoddiagnostik verursacht Hirntod?

Hier ist nicht nur die angebliche Hirntoddiagnostik zu kritisieren, sondern auch die anschließende Reduzierung der Sauerstoffzufuhr und damit eventuell die nachhaltige Schädigung des Gehirns.

Nun haben scheinbar diverse Behandlungs- sowie Diagnosefehler oder auch eine Überdosierung von Morphium zu dem eklatanten Zustand von C geführt.

Zwei Tage nach dem Eingriff redeten die Ärzte bereits vom „Hirntod“ des 8-Jährigen, obwohl die Eltern – trotz Koma – Reflexbewegungen durch Kitzeln seines Zehs erzeugen konnten, was gegen einen Hirntod spricht.

Auch zeigte ein weiteres EEG widersprüchliche Ergebnisse.

Soweit es mir recht in Erinnerung ist, sprach man die Eltern bereits auf eine mögliche Organspende von C an…

Auch verweigert man jetzt sogar eine eiternde Wundversorgung, obwohl auf Antibiotikagabe seitens der Eltern insistiert wurde.

Da die Eltern bereits vor mehreren Wochen argwöhnten, die Uniklinik versuche, Behandlungsfehler zu vertuschen, bemühten sie sich um eine Verlegung ihres Sohnes.

Todesrisiko für Hirntoten zu hoch….

Trotz des Insistierens der Verlegung von C in die Uniklinik Düsseldorf wurde dies verweigert, da „das Transportrisiko zu hoch sei“.

Die Eltern fragen sich nun, ob das Mortalitätsrisiko (Todesrisiko) niedriger ist, wenn die Behandlung verweigert wird und kommen zum Schluss, dass bei weiterer Behandlungsverweigerung der Tod sicher ist.

Ich riet den Eltern anfänglich davon ab, eine Strafanzeige gegen das Krankenhaus zu erstatten, weil durch einen Strafantragverfolgungsversuch die Ärztekammer sowie der medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nicht mehr als regulierende Gutachter tätig werden können und auch – da es sich um eine öffentliche Universitätsklinik handelt – die Staatsanwaltschaft sowie die zuständigen Gerichte ebenfalls natürlich in öffentlicher Hand sind.

„Krähen-Hack“

Aus adaptierter Erfahrung im Bekanntenkreis weiß ich, dass nicht nur die eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, sondern Behörden souveräne Hackordnungen teilen, indem z.B. einfach für ein Vorgehen eines Geschädigten gegen eine Behörde von der anderen Behörde „Gericht“ dann einfach keine Prozesskostenhilfe gewährleistet wird.

Also muss man in solchen Fällen über einen extensiven finanziellen Odem verfügen, der es einem erlaubt, Anwaltshonorare von über 500 € die Stunde mit einer Vorauszahlung von 5000 € zu leisten.

Ich empfahl den Eltern, die Krankenkasse, den MDK und die Ärztekammer einzuschalten, das Kind in die nächste Uniklinik verlegen zu lassen sowie sich an die Öffentlichkeit mit dem Fall zu wenden.

Bei Krankenkasse, MDK sowie der Ärztekammer stießen die Eltern jedoch auf verneinende Reaktionen.

Auch lehnte – wie bereits vorab erwähnt – die nächstgelegene, andere Uniklinik die Verlegung aus Risikogründen ab.

Tod Tod?

–> Besteht bei angeblich diagnostiziertem Hirntod dann doch noch ein Todesrisiko?

Ist der Tote dann gar nicht tot?

Dergleiche Fragen geistern einem dann durch den Sinn.

Oder ist gar das finanzielle Risiko gemein/t/ & wird dergestalt der Wert eines Kinderlebens bemessen?

Und so befasste ich mich kurz vor den Osterfeiertagen exzessiv mit der Hirntoddiagnostik und ich stellte den Eltern der Einfachheit halber eine hoffnungstragende Playlist auf Youtube zum Thema „Hirntod“ zusammen:

– – > Youtube-Playlist „Gehörn ist Grundrecht“

Insbesondere machte es mich stutzig, dass das Kitzeln der Fußsohlen des 8-Jährigen Reflexe verursachte – noch nach der gestellten Diagnose des Hirntodes.

Auch aus diversen Dissertationen erfuhr ich, dass das tote Gehirn bereits nach 24 bis 36 Stunden anfängt, sich zu zersetzen (Autolyse) und dass das versetzte Gehirn durch Überdruck in den Spinalkanal auslaufen kann.

https://www.organspende-info.de/organ-und-gewebespende/verlauf/hirntod

Nun kamen noch die handlungshemmenden Ostertage dazwischen und die Eltern kontaktierten mich erst wieder kurz vor diesem Wochenende.

 

Derzeitiger Status:

Es konnten keine Kitzelreflexe mehr provoziert werden bei dem Jungen, die antibiotische Behandlung einer eiternden Wunde wurde abgelehnt und das letzte EEG stammt vom 21.03., bei dem minimale Aktivitäten vorhanden waren.

Danach sprach ich mit einer Anverwandten der Eltern, die im medizinischen Bereich tätig ist und diese teilte mir mit, dass am heutigen Montag ein letztes EEG durchgeführt würde und die Ärzte arbeiten nunmehr scheinbar nur noch auf die Abschaltung der lebenserhaltenden Maßnahmen hin.

Es soll mittlerweile sogar angerissen worden sein, dass bei einer Verweigerung der Eltern zur Einstellung aller Maßnahmen das Jugendamt mittels eines Gerichtsbeschlusses mit der Vormundschaft über das Kind eingeschaltet werde und ein Abschalten erzwungen würde.

Derartige Maßnahmen seien dann laut Gesetz zum Wohle des Kindes.

Aus juristischer Sicht müsste meiner Meinung nach sogar das Jugendamt einer Organspende zustimmen können.

Und angesichts der rund 800 möglichen Organspender pro Jahr in Deutschland, herrscht hier ein Nachfrageüberhang – sprich: Bedarf.

Bei all diesen Fragestellungen wird meines Erachtens der Mensch oder ein Kind regelrecht enthumanisiert zur „Schlachtbank geführt“.

 

Schuld

Unerträglich verhält sich dabei vor allem die Frage nach der Schuld an dem Tod von C.

Ich kann nachvollziehen, wenn die Eltern nun nahezu paralysiert sind und keinen klaren Gedanken fassen können.

Dazu gipfelt die Ohnmacht zusammen mit Wut in einen unerträglichen Schmerz.

Als Handlungsfehler seitens der Klinik könnten die erste Fehldiagnose und Behandlung auf Magenverstimmung am 12.03., undifferenzierte Morphiumgabe, Reduzierung der Sauerstoffzufuhr und der letztlichen Behandlungsverweigerung sowie eine eventuelle Provokation eines Hirntodes durch die Hirntoddiagnostik mit dem Abschalten der künstlichen Beatmung.

Ich empfahl den Eltern dringend, am Montag nicht nur auf das Ergebnis des EEGs zu warten, sondern zugleich auf einer weiteren MRT zu bestehen.

Nach den hier vorliegenden Fakten zum Hirntod, die auf einer Organspendeseite stehen, MUSS sich das Gehirn drei Wochen nach Feststellung des Hirntodes bereits aufgelöst haben, was natürlich nicht durch ein EEG darzustellen ist, sondern allenfalls durch ein MRT.

Sollten dann im MRT extrem gravierende „Raumgebungen“ nicht erkennbar sein, dann stimmt irgend etwas prinzipiell nicht mit der Hirntoddiagnostik…

Vielleicht erbost man sich in 50 bis 100 Jahren, wie „barbarisch“ die heutige Hirntoddiagnostik war mit dem Abstellen der Sauerstoffzufuhr als Test oder dem „Kneifen der Augen“, lautem Ansprechen des Koma-Patienten oder dem Einlaufen lassen von Wasser in den Gehörgang…?

Vermutlich werden späteren Generationen diese Nachweismethoden genauso gruselig/absurd erscheinen wie die noch bis vor rund 50 Jahren üblichen Behandlungsmethoden von psychisch Kranken mit der Lobotomie  – das bedeutet: Trennen des Frontallappens mittels eines „Meißels“ oder Eispickels, der durch das Auge eingeführt wird und der die meisten Behandelten allesamt zu Vollpflegefällen degenerieren ließ.

الله أكبر     NACHTRAG: Der kleine C ist am Samstag, den 14,04.18 verstorben…

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine - Gramborns - ureigenste Lust darin stecken? Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr - und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts - kein Schmerz in meinem Leben - verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge....... . . . Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung “ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde. Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten. Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit - danach war es um mich geschehen!
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