WUT WUT WUT – wie ich vor 15 Jahren mit Wut reagierte

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Wut, Wut, Wut….

Wie reagiere ich, wenn sie mich packt?

Der Auslöser eines „hysterischen Wutanfalles“ ist meist ein Missgeschick in einer stressigen Situation bzw. wenn nicht alles sofort und so klappt, wie geplant oder erwünscht. Beispiel für einen schlimmen „Anfall“ Ende April:

Ich sollte mein Fahrzeug, das in einer Werkstatt (dort in den ersten drei Aprilwochen ständig, weil ich ständig Arbeiten – zu Recht – reklamiert hatte) stand, vor dem Wochenende abends um 19.00 Uhr abholen, es sollte nun endlich einmal fertig sein (nachdem ich 1.800,- DM gezahlt hatte). Ein Bekannter wollte mich dorthin fahren. Die Angestellten dort wußten, daß ich den Wagen am Wochenende dringend brauchte und waren wegen meiner ständigen Reklamationen bereits vorher immer extrem unfreundlich und gaben keine oder unzulängliche Auskünfte. Auf dem Weg zu mir fuhr der Bekannte an der Werkstatt vorbei und sah, das diese geschlossen war. Er rief mich an und teilte mir das mit. Bis der Bekannte bei mir eintraf, tobte ich bereits vor Wut, da ich der Werkstatt bisher immense Summen gezahlt hatte, der Wagen nun zwar anscheinend fertig war, die Werkstatt (vor dem Wochenende) jedoch geschlossen war, ich also kein Auto zur Verfügung hatte. Ich hatte mich in vorherigen Wochen bereits mehrfach über die Arbeitsweise der KFZ-Mechaniker

(zu Recht -> Hintergrund: Vor zwei Wochen mußte ich den Wagen, der nach einem Motorschaden nochmals dort stand, mit polizeilicher Unterstützung „abholen“ und die Handwerkskammer einschalten, da der Schaden nachweislich auf die Werkstatt zurückzuführen war)

aufgeregt. In dem Moment, in dem ich – glaubte zu wissen – daß ich den Wagen erst am Montag bekäme (es gibt nur einen Schlüssel), flippte ich völlig aus. Es ist so, als wenn eine „Sicherung“ durchgebrannt wäre, ich konnte an nichts anderes als meine Wut mehr denken und hatte furchtbare Rachegelüste. Der Bekannte, der mich noch nie hat derart toben sehen, war „etwas“ konstatiert, aber jegliche Beruhigungsversuche schlugen fehl. Wir fuhren zu der Werkstatt und auf dem Weg dahin hatte ich nur noch Rache im Sinn. Ich schrie herum und entsann, wie ich den Inhaber der Werkstatt langsam und qualvoll „um die Ecke bringen“ würde und daß ich ihm mit Molotow-Cocktails die „Bude in die Luft jagen würde“, dabei regte ich mich noch mehr auf.

 

Emotionen dieses „Anfalles“:

Emotional empfand ich in dieser Viertelstunde nur noch Wut, Wut, Wut – unzähmbare. Es war, als würde sich ein aggressiver Wutwurm durch meine Synapsen bis zum Wutzentrum langsam hinaufbeißen und sämtliche anderen Gedanken dabei ausschalten. Alle anderen Hirnbereiche waren „lahmgelegt“, vorher dringende Grundbedürfnisse (Toilettengang) wurden gar nicht mehr empfunden, die Wutempfindung war größer und stärker als alles andere. Auf dem Weg zur Werkstatt steigerte sich alles ins Bodenlose, Puls und Blutdruck stiegen, ich bekam einen hochroten Kopf, konnte nicht still sitzen, sondern zappelte wie ein Beserker auf dem Beifahrersitz umher. Alles wurde jetzt Opfer der Wut – der Fahrer vor uns, der nicht sofort bei grün anfuhr, der Fahrradfahrer, der mit einem Schlenker den Weg verzögerte, etc. Irgendwann, etwa 1 km vor der Werkstatt hatte ich mich so in meine Raserei versteift, dass „eine Sicherung durchbrannte“, es war, als hätte sich der Wutwurm jetzt bis zum Zentrum durchgefressen – es machte in meinem Kopf „Plopp“ und der Kreislauf spielte anscheinend nicht mehr mit, ich sah lauter Sternchen und bekam kaum noch Luft, die Gedanken waren auf einmal „explodiert“, ich war regelrecht „unzurechnungsfähig“, in diesem Moment hätte ich – trotz Sternchen – dem Objekt meiner Wut eventuell den geplanten Schaden zugefügt. Da ich erstmal den nächsten Kilometer tief durchatmen mußte, um nicht zu ersticken, war ich auch „recht ruhig“. Bei der Werkstatt angekommen, stellte ich fest, dass sie – wieder – geöffnet war. Meine immense Wut war sofort verraucht und ich war die Freundlichkeit in Person. Es stellte sich dann heraus, dass die Werkstatt kurz zuvor für eine halbe Stunde geschlossen war – der Wagen war fertig und ich bekam ihn, der Anfall also vollkommen redundant.

 

Es ist oft so, dass ich mich – unnötig – schnell aufrege, selten oder nie so, wie an dem Tag. Da meine Stimme bis vor kurzem – auch aus allergischen Gründen – „weg“ war, suchte ich eine – mir vollkommen fremde – HNO-Ärztin auf, die meine Hektik, meine Unruhe und Stress sofort bemerkte und mir sagte, dass ich erst mal mit mir und meinen Problemen in Reine kommen solle, dann wäre auch meine Stimme wieder da. Dieses hat sich nun auf bewahrheitet – eine der Ursachen für die Disphonie war eine psychische. Da ich mittlerweile zahlreiche Stressfaktoren abgestellt habe, manche Sachen, nicht alle, ruhiger angehe, bessert sich auch meine Stimme ständig (mittlerweile „fast“ normal). Es ist so, dass ich früher – zu Drogenzeiten – Probleme – u.a. mit Drogen – in mich reingefressen habe, meine Aggressionen nach innen gekehrt habe und psychotisch (also auch nach innen) reagiert habe. Nun gibt es immer wieder „Stress-Situationen“, bei denen ich „nach außen“ reagiere, also eher hysterisch und für meine Mitmenschen unerträglich. Als Therapie schlage ich mir selber vor, autogenes Training/Meditationen vor, auf die ich mich sehr gut einlassen kann und die den Kopf „befreien“. Außerdem eine zunehmendere „Struktur“, z.B. schon in meinem „Papierkrieg“, d.h. Ordnung. Denn auch ständiges Suchen bringt mich schnell zur Raserei. Anfänge in diese Richtung sind getan, allerdings brauche ich sicher noch ein halbes Jahr, um „mein Leben zu sortieren“.

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