Frank im Alterswohnheim für DFÜ-Abhängige

Share Button

1992 verfasst – vor 20 JAhren! DFÜ-Sucht gab es schon damals

_________________________________

Frank Weimar ist 99 Jahre alt, 1,32 m groß, wiegt 120 kg und wohnt gemeinsam mit seinen Urgroßeltern in einem Alterswohnheim für DFÜ-Abhängige.

Dort haben sie zur Zeit nur zwei Leitungen zur Verfügung und streiten sich auch noch ständig um diese. Im Sommer regelt die Familie das Problem recht human: Uropa nimmt sich dann das Schlepptop und stellt sich in die nächste Telefonzelle mit einem Uralt-Akustikkoppler, den sie auf ISDN-nahe Geschwindigkeit getunt haben. Es gibt zwar häufig Ärger, wenn dann eine lange Schlange wartender Telefonsüchtiger vor der Telefonzelle steht, aber Uropa trägt gut sichtbar die goldene DFÜ-Schleife, die ihn als Abhängigen ausweist….

Um den richtig echten Datenrausch zu erfahren schreibt er nur online und flitzt mit 128.000 per Duplex durch die Foren…

Häufig sucht er dort online nach einer Hilfestellung und Therapie für seine Sucht.

Seine Urgroßeltern und er haben mannigfaltige Probleme, z.B. mit der Telekom wegen der enormen Rechnungen, die ihnen per UPS zugestellt werden, da die Post nur Pakete bis 20 kg versendet.

Die Familie streitet sich ständig um die 2 freien Leitungen und gerne würden sie High-Speed-DSL beantragen, jedoch werden meist die gesam(mel)ten Renten für Uropas Telefonkarten verbraten und reichen dann nicht für eine DSL-Anschaffung.

Uropa ist der von der Sucht am schlimmsten Betroffene. Er leidet vor allem im Winter heftig unter seiner Sucht, da er dann – mit Uralt-Laptop und Akustikkoppler bewaffnet – die Telefonzellen stürmt. Oft hinterlässt er einen Haufen Grippeerreger in den Telefonzellen, seine Gichtgriffel leiden zudem mit unter der (eiskalten) Sucht…

Gerne nähme die Familie Spenden zur Behebung des Lasters an, wahlweise einen Sekretär oder eine Sekretärin, die Ihnen das Tippen abnimmt, da die Reflexe nicht mehr die besten sind…

Da die gesamte Familie nun auch langsam sehr gichtige Griffel bekommt, wäre sie auch dankbar über Spenden in Form eines Voice-Wandlers o.ä., gerne auch eine (bitte junge) Sekretärin… ein kompetenter Sekretär darf es auch sein, er sollte aber auch den Wuffi ausführen, Uropa schafft es im Sommer mit Wuffi immer nur bis zur Telefonzelle..

Die Familie wandte sich zwecks Subvention bereits an größere Universitätskliniken und schlug vor, die in ihrem gehobenen Greisenalter ungewöhnlichen Tätigkeiten im Web der geriatrischen Forschung zur Verfügung zu stellen (quasi als “Gegenleistung” freies Surfen), insbesondere an den Bundesminister für Suchtprävention. Vorgenannter Entscheider über Leben und Tod im Netz verfluchte sie in die Äonen des Webs mit ihrer Sucht (so unfein drückte er sich allerdings keineswegs aus), aber die Telefonrechung, die den Umfang eines postzustellbaren Paketes mit 20 kg ja immer übersteigt, interessierte ihn genauso wenig wie der Vorschlag, der Forschung zu dienen, sondern er druckste herum und schüttete derweil neben dem Telefon befindliche Kaltgetränke wohl versehentlich in den Hörer, so dass seine letzten von ihm vernommenen Worte SCHEISSE waren… ;-) ))

Konstruktive Problemlösungsansätze nimmt die Familie dankend an und wägt ab, ob ein erneuter Versuch der Diskussionsaufnahme mit dem Bundesministerium erfolgversprechend ist…

Ein an diese Institution gerichteter Bestechungsversuch seitens der Urgroßmutter, vor den gardinenfreien Fenstern des Wohnheimes die Aufmerksamkeit interessierter Passanten und Minister durch Stripeinlagen auf sich zu ziehen, schlug fehl… vielleicht spendiert Uroma jemand eine Faltencreme?

Tags: , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.