Dämon meiner Fiktion III

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Ich denke, dass es an meinem hilflosen Ausgeliefertsein an die Kakerlaken

lag, dass sämtliche Straßentiger sich mit mir befassten. Denn wie ich rasch

von ihnen erfuhr, hassen Katzen nichts mehr als Kakerlaken.

Auch mich ekelten die Kakerlaken an und ich wollte nicht aus einer dieser Flasche

trinken, in der mindestens drei Schaben schlürfend ihre Schwimmübungen

absolvierten. Der Gedanke, dass sie ihre Fäkalien in meiner Milch verteilten,

war mir einfach zuwider.

Also lehnte ich meine Milch häufig ab und blieb mit knurrendem Magen liegen.

Da ich erlernt hatte, dass meine Erzeugerin mit Schläge auf Brüllen reagiert

und mich nur füttert, wenn ich mich weitgehend ruhig verhielt,

litt ich einfach stumm in meinem Bettchen.

Diese zusammengesetzten Matratzen Bettchen zu nennen, ist jedoch auch eine grobe

Übertreibung. Meinen Erzeugern war der Kauf eines Kinderbettes zu

kostspielig, also setzten sie drei Matratzen eines alten Sofas als Unterlage

für mich zusammen. Dort fristete ich die ersten Monate meines Daseins.

Gelegentlich kamen Verwandte vorbei, sofern sie es in die 5. Etage

schafften. Zu solchen Anlässen putzte mich meine Erzeugerin heraus. Sie

wollte keinesfalls als schlechte Mutter gelten, also wurden mir – bei Nahen

eines Besuches – vorzeigbare Kleidungsstücke angezogen und die Windeln

gewechselt. Sonst lag ich oft Tage in meinen Exkrementen und war vollkommen

wund in der Schamgegend. Damit ich ein zufriedenes Gesicht aussetzte,

fütterte mich meine Erzeugerin zuvor und präsentierte mich allen als

zufriedenes Baby. Besonders gerne mochte ich den Besuch einer Tante, die mit

sehr ruhiger und besonnener Stimme gedämpft sprach sich nicht hastig

bewegte. Ihre Stimme war eine Wohltat im Vergleich zu deren meiner Erzeuger.

Die beiden redeten sehr laut und stritten sich oft.

to be continued…

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