Zum Vergessen über/L./r/eicht

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Im Prozess des – teils – schmerzlichen Vergessens über L. (wie Liebe) überreiche ich diese Worte der Öffentlichkeit…

Vielleicht war es eine Fehltäuschung meiner selbst, dass ich mir vorstellte, ihn zu lieben; viel wahrscheinlicher war es mangelnde Reflexion meiner Liebe, die meine Gefühle ins Wanken brachten… Mit ziemlicher Sicherheit war es so, wie ich bereits vor einem halben Jahr in den Schriften Reflexio 4 love erkannte, dass diese Liebe nie erwidert wurde und ich mich vergeblich um Resonanz mühte.

Dieses Erkennen signifiziert den Schmerz schlechthin, denn jegliche Individualität schwindet damit, alles Persönliche fällt unter das Allgemeine und jeder ist letztlich austauschbar. Es ist nur so, dass in den Momenten der „Verliebtheit“ jede Person den Schein der Einmaligkeit erhält und diese quasi „glorifizert“ wird in seinem Bewusstsein. Diese Person wird auf ein „erhabenes Podest“ gestellt und ihr Schein wird fortan geliebt, doch dieser Schein trügt stets einen selbst, denn ist die Glorifizierung nur ein mystisches Podest, auf das das geliebte Subjekt (bzw. Objekt) gestellt wird. Dieses Podest wird von der Realität jedoch angenagt und stürzt in sich zusammen, sobald der reale Schein den Glanz der Glorie trüben will.

 

Wie nun kann man sich selber 5 Jahre lang derart betrügen und immerfort hoffen, es möge oder werde eine Änderung der Gefühle der geliebten Person entstehen, wenn man nur „hartnäckig“ bzw. „herznäckisch“ genug und intensiv liebe. Wobei sogar die Definition dieser Liebe eine andere Wertung und Art erhält, wenn man meint, in die geliebte Person „abtauchen“ zu können und mit dieser „intralinguar“ oder genauer: extralinguar kommunizieren könne. Wenn man meint, gewisse Wertigkeiten dieser geliebten Person zu assoziieren und Bestandteile seiner selbst für sich übernimmt.

Dass dieses „Assoziieren“ in Ahnen der Vergangenheit gegründet ist und mit Teilen der Gefühle, bleibt stets in einem selbst verborgen, ohne es der geliebten Person zeigen zu können – aus Furcht vor Abweisung und Enttäuschung – es bleibt im „virtuellen“ Raum – nur für einen selber sichtbar und man fragt sich, ob all das nicht nur Teil seiner eigenen Projektion ist, deren Schein nur auf sich selber fällt.

 

Was nützt es da, wenn das öffentliche Herausposaunen in April April – das Büßgen , das – am 1. April „scherzhafterweise“ – explizit auf Details eingeht in Büßgen personae und diese in Psychopath der Liebe kategorisiert und sich selber versucht zu erklären, mehr als 2000 Leser in wenigen Tagen hatte? Nimmt es den Kummer oder mindert es die Emotionen?

Und wenn am 9. April – an seinem Geburtstag – der Artikel wiedereingestellt wird, von dem er die Löschung verlangte: Congratulation – Büßgen – all das hat keinerlei Relevanz oder Wirkung auf seine Emotionen, die ich nicht erzwingen kann und diese nie da waren. Vielmehr war es wohl das gelegentliche körperliche „Ablassventil“, das ihn beizeiten „drückte“ und ihn bewog, mich zu kontaktieren.

 

Mache ich mir all das logisch klar, so müsste ich mich eigentlich selber zu einem Ende der Liebe bewegen können und logisch gesehen, ist mir das Ende bereits klar.

Nun stellt sich die Frage, ob sich nicht auf „jedermann“ diese Liebe projizieren lasse, also ob sie letztlich nicht austauschbar ist, wie jeder austauschbar ist in den Sphären dieser Welt…

Und dennoch bleibt da immer etwas, das man (frau) vermisst – diese enge (emotionale) Verbundenheit, die mich einiges über ihn ahnen und letztlich wissen lässt, kann man scheinbar nicht ad hoc herstellen. Vielleicht gehe ich es nur falsch an, vielleicht ist „Liebe“ generell nichts einzigartiges, „uniques“, sondern lässt sich sozusagen mit jedermann herstellen? Vielleicht bist Du, Büßgen, nur in meinen fehlinterpretierten Visionen und Vorstellungen zu dieser glorifizierten Person aufgestiegen, vielleicht bin nur ich mein eigener, emotionaler Trigger, der mich sozusagen zur Liebe zwingt und sie mir aufdiktiert?

Vielleicht meinte ich nur, tief in Deine Seele gesehen zu haben und habe jedoch nur ein Bruchstück von ihr erheischt – der dunkle Rest blieb stets verborgen – und hat sich in alpdrückenden Träumen manifestiert?

 

Wie auch immer man es versucht, zu (er)klären, stets bleibt ein unbestimmter und unbestimmbarer Teil dieser Emotionen im Trüben – vor allem für ihn, da ich nie versuchte, ihm diese klar zu machen oder gar davon zu sprechen. Denn dachte ich, zugleich Actio (Handlung) stünde vor Pronuncatio (Reden) und „er würde schon verstehen“ (Ratio).

Und doch scheint es sich so zu verhalten, dass er mitnichten irgend etwas verstand, sondern nur ich mein „gewolltes“ Verständnis auf ihn projizierte, so dass ich annahm, es herrsche ein gewisse Konformität, die jedoch nur in meiner Phantasie Bestand hatte.

Und meine – körperlich spürbaren – Herzschmerzen sind auch nur die Basis meiner Reflexionen? Alles nur Einbildung???

Dann bitte ich höflichst um Hinweise, wie man diese Einbildungen abstellen kann?

Versuch 1: Neue (oder bereits bekannte) Person daten – vergeblich, da stets immanenter Vergleich erfolgt und dieser (bisher) negativ ausfiel

Versuch 2: Mit Arbeit überhäufen, um zu vergessen: vergeblich, da Gedanken nicht auf Arbeit zentrierbar sind (klappt aber ansatzweise manches Mal)

Versuch 3: Ausgehen, Freunde treffen, Wohnort wechseln (scheint am erfolgversprechendsten sein, vor allem, um sich neu zu verlieben und so zu vergessen)

Versuch 4: Hier darüber schreiben – quod erat demonstrandum und auf Resonanz wartet – auf DEINE Resonanz!

http://frankfutt.de/2012/04/01/psychopath-der-liebe/

 

 

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine - Gramborns - ureigenste Lust darin stecken? Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr - und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts - kein Schmerz in meinem Leben - verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge....... . . . Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung “ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde. Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten. Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit - danach war es um mich geschehen!
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2 Kommentare zu Zum Vergessen über/L./r/eicht

  1. ekhard suckow sagt:

    Meine Liebe mit den Herzschmerzen,

    natürlich sind Deine Schmerzen dadurch hervorgerufen, weil Du Deinen Schmerz ständig „fütterst“. Gin Deinem Schmerz keine Nahrung mehr, in dem Du nicht mehr an die Vergangenheit mit Deinem Geliebten denkst, sondern in der Gegenwart lebst. Ich kann da nur das Buch „Jetzt“ – Leben im Gegenwärtigen,empfehlen. Er beschreibt sehr gut, wie man sich vom Schmerz lösen und ein glückliches Leben führen kann.

    Alles Gute !

    Ekhard

    • sputtins sagt:

      Salve, Ekhard!
      Ja… gebe Dir Recht, bisher konnte der Schmerz weiter beißend nagen, da ich mich voll und ganz im Schmerz „sonnte“.

      Das habe ich heute geändert (zumindest temporär), indem ich ein Date hatte… Nun ist die Frage (und da liegt es ganz an mir), inwieweit ich mich auf jmd. Neues „einlasse“. Manchmal glaube ich (heute zeitweise), dass jeder austauschbar ist und dass es letztlich *mein* Wille ist, der entscheidet, inwieweit ich „Neues/Neuen“ zulasse und der Platz für jmd. anderen im Herzen freigeräumt werden kann, denn „kompatibel“ sind wir im Grund alle zueinander…

      Mir persönlich scheint ein „Füllen der coronaren Lücke“ die effektivste Lösung meiner „Herzensproblematik“.

      Das heutige Date war ein Anfang, es warten schließlich tausende „Kompatibler auf mögliche Konnektierung“ ;-)… und all diese tausende, die mich NOCH nicht kennen… –> Warenhausmentalität?

      Naja… zuvorderst verdränge ich erstmal dadurch die Herzensqualen, aber vll. findet sich ja die Adäquanz in persona doch… Für´s heutige Date gilt der (fiese) Spruch: Festhalten + Weitersuchen… 😉

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