Köstliche Kost Kösters künstlich korrumpiert

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So möge man es mir wohlwollend verzeihen, wenn ich gelegentlich dazu neige, Sprachen – gleich. welcher Generik – zwanghaft zum Zersauseln zu zerpflücken…

So traf es – nach intensiver Beschallung am vergangenen Wochenende – erneut (wie bereits BAP zur Echo-Verleihung letztes Jahr) eine „kölsche Band“ – und zwar dieses Mal Gerd Köster mitsamt Hocker…

Wobei ich gestehen muss, dass meine „verquirxte Versetzung“ ins Hochdeutsche eher emphatisch als empathische Reflexion ausdrücken soll…

Ich denke, einzig korrekt liege ich bei meiner „kölschadaptierenden Versetzung“ mit dem HAUPTanliegen KÖLLE

Möge man mir diese Missetat (nochmals) mit Wohlwollen nachsehen, so darf ich als Pardon geltend machen, dass ich als norddeutsche Diern vonner Waderkant nicht des Kölschen mächtig bin…

Andererseits zeugen die Interpretationsmöglichkeiten des Kölschen von der semantischen Spannweite des Kölner Dialekts und bereits im vergangenen Jahrtausend vor > 60 Jahren beschrieb die Sapir-Whorf-Hypothese ebendiese flexible Phänomen der Sprache …

Da ich mittlerweile Gerd Köster rauf und quer und zurück gehört habe und insbesondere die Texte hochachte, gehe ich davon aus, dass diese Intention der Differenzierung der sprachlichen Distribution ein klein wenig Absicht beinhaltet…?

Zugrunde genommen für meine Übersetzung habe ich das Lied „Kölle ohne Kölsche“ aus dem Jahr 1996, den Text entnahm ich der Webseite Gerd Kösters:

http://www.gerd-koester.de/texte/texte-abc/k/koelle-ohne-koelsche/index.html

 

Kölle ohne Kölsche

Köln ohne Bier

 

Mem Vürschlaachhammer op de Schulder jeklopp

Mems [~Memorabilien], die Schlechtes zeugen, wie das Kloppen nach der Schule

Op die eijene versteht sich jo su simmir Kölsche drop

Auf das eigene Verständnis hin sind wir nur Kölner Tropfe

Jeder dä en Jittar hät ne Schnäuzer un en Zung

Jeder hinter Gittern hält die Schnauze im Zaum,

Singk jeden Daach: Mieh Hätz schläät kölsch ich benene kölsche Jung

singt gegen Dächer: Meine Hatz gewinnt in Kölner Manier: als Kölner bin ich ewig jung

Wenn hä dat nit jesaat hätt hätt et keiner jemerk

Wenn hier keiner Saat hat, wird keiner mähen

Hä es en Kölle jebore un dat es sieh Lebenswerk

Hier ist Köln geborgen: sieh´ das Lebenswerk

Wat wör uns Kölle doch schön ohne Kölsche

Was wärmt uns Köln doch schön ohne Bier

Dann köhm dä Rhing endlich us singem Bett

dann könnte der Ring endlich sein Bett besingen

En en Stadt ohne Klüngel un Knöllche

Die eine einzige Stadt ohne Klingel unter Knollen

Jo ohne Kölsche wör uns Kölle richtich nett

Wahrlich: ohne Bier wären Kölner richtig nett

 

Mer künnt ens widder ovends en de Altstadt jonn

Merke: Kind! Wider die Öffentlichkeit wäre die Altstadt begehbar

Ohne zwische zwölf verschieden Odeurs ze stonn

ohne zwischen zwölf Oden zu verbleiben

Die halve Hähn leefen endlich frei eröm

und die Hälfte aller Wasserkräne liefe endlich frei

Un die Röggelche hänge sich Quetschbüggel öm

und die [blonden?] Brötchen könnten endlich blöd quatschen

Un se singe met dä Hämche un dä Riefkooche e Leed

und sie würden mit Hemdchen und Haarreif zum Licht

Wie wunderschön die Stadt doch es

der wunderschönen Stadt doch werden

Wenn se leersteht

wenn sie die Lehre bestehen

Wat wör uns Kölle doch schön….

wie wahr wäre uns Köln in seiner Schönheit

Dä janze Püngel Klüngel noh Bonn evakuiert

wenn der ganze Pulk voller Klingeln Bonn [~Berlin] evakuierte

Do künne se dann zeije wat se he all jeliert

die Kinder zeigen Ihnen dann, was sie gelehrt haben

Dat janze läuf unjesoffe obergärich en de Ääd

Das Ganze liefe „Ende offen“ über´s Gericht in den Äther

Es jo eijentlich schad wemmer`t richtich övverläät

So hat es einen eigenen Lichtschaden, wenn wir es so recht überladen.

Un et spille och kein Bands mieh et spillt nur noch d`r FC

Und die Pille äugten keinen Benz´ mehr, Pillen kriegt nur noch Dr. FuCk

Weil do es jo suwiesu keine Kölsche mieh dobei

weil bei denen sowieso kein Bier mehr dabei ist

Dä kölsche Köbes dä Halbgott in Blau

wird aus dem Kölner Kürbis-Bier ein halb blauer Gott.

Jeht wäje krimineller Arroganz en d`r Bau

Das wäre die kriminelle Arroganz eines Doktors im Bau.

Wat wör uns Kölle doch schön ohne Kölsche

wie wahr wären die Kölner in ihrer Schönheit

Dann köhm dä Rhing endlich us singem Bett

wenn die Ringe endlich unser wären“, singen wir im Bett

En en Stadt ohne Klüngel un Knöllche

in der einen, einen Stadt ohne klingelnde Wurzeln

Jo ohne Kölsche wör uns Kölle richtich nett

Jupp: ohne Bier wehrte sich Köln richtig nett

Un dat schönste weed mir jetz eez langsam klor:

Und das, Schönste: Gras ich mir langsam kahl:

Ich selver wör dann och nit mieh do

Dafür währe dann mein Aug´ auch nicht!

 

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von
Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem
Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine –
Gramborns – ureigenste Lust darin stecken?

Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr – und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts – kein Schmerz in meinem Leben – verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge…….
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Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung
“ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde.

Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten.

Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit – danach war es um mich geschehen!

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