Schneckenfrass der Zeit

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All die Tränen, die den Schneckenfrass der Zeit bewässern, dienen letztlich nur dem großen Synapsenfressen, der gründlich aufräumt mit der Technisierung der temporalen Adhäsivachse und diese erneut vegetiert, ohne sie zum Vegetieren zu bringen.

Als dokumentativ belegbarer 24-7  – quasi der Zeit schlechthin – stelle ich mich nichtsdestotrotz der müssigen Aufgabe der partialen Bewässerung meiner eigenen Zeitlinie, die im Fluge versucht, mich zu überholen.

Wie nun kann man von seiner eigenen Zeit überholt werden? Und warum erst wird man im Moment des Ansetzens des Überholens der Zeit schlechthin gewahr?

Fragen, denen sich der im Umschlag eingeschlossene Brief vor seiner Befreiung stellen muss, eingehüllt in Umarmungen des Wunsches, die Vergangenheit anzuheizen und diese zu rendern mit Hilfe der Fibonacci-Folgen und dem naheliegenden 8-Bit-System, das ungerne nur auf ihr 9. Prüfbit verzichten mag.

Derweil ziehen der Menschen Körper wie Schafe blökend in jene oder auch die andere Richtung, wollen Weg weisend willentlich Wahrheit wahrsagen – wohl wissend, was Wahrheit wirklich will.

„Push the envelope“, zwitschert da ein twilight-Tweet aus dem Wunschprojektionen spiegeln und mich dank mangelnder Reflektion erneut in dämonische Umnachtung  – ins Orkus – stürzt?

So hieß es einst: „Du bereitetest meinem Geist den Weg, den er im Dunkel des Winters nicht fand mit einem Lichte, das so scheint wie der Nordpolarstern und entfachtest eine Glut in mir , die mich in eukalyptische Tiefen, die in Sphären himmlischen Einerleis schwelgen, stürzten.“

Und dennoch ist der Weg des Zeitfrasses, der an kostbaren Synapsen knabbert, stets der nach Hades, in dem giftigen Geifer sprühende Furien einen Tantalusqualen erleiden lassen.

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von
Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem
Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine –
Gramborns – ureigenste Lust darin stecken?

Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr – und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts – kein Schmerz in meinem Leben – verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge…….
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Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung
“ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde.

Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten.

Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit – danach war es um mich geschehen!

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