Kurze Geschichte der Internetgeschäfte

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Dinge dienen

Just im neuen Jahr angelangt, fragt der Webmasterfriday nach dem Verdingen im Internet mit dem Verdienen im Internet. Wobei das Verdienen das Verdingen unerlässlich macht, da man entweder ständig nach neuen „Nischenprodukten“ suchen muss oder gezwungen ist, diese zu generieren. Manch Meister des „Delegierens“ mögen noch auf Kosten anderer Profite erzielen können, aber der hehre Weg geht wohl nur über die Dinge, die dienen und diese Dinge dienen auch oftmals nur anderen…

Erster Online-Deal 1988

Meinen allerersten „Online-Deal“ tätigte ich 1988, als ich einen rund 15 Jahre alten Toyota Celica, den ich geschenkt bekommen hatte, für 500,- DM über eine Mailbox-Anzeige verkaufte. Mein zweiter „Online-Deal“ war der Verkauf meines 300 baud-Modems ohne FTZ, da ich mir ein „blitzschnelles“ 1200 baud Modem (ebenfalls ohne FTZ) zugelegt hatte.

Das Internet als Vermarktungsmedium entdeckte ich jedoch erst Mitte bis Ende der 90-iger Jahre, obwohl ich zu der Zeit bereits etwa 10 Jahre „online unterwegs“ war (Mailboxen-/Verbunde + UseNet).

Kaufpreis 20,- / Verkaufspreis 500,-

Damals verkaufte ich als Studentin über UseNet-Bretter, wie „An- und Verkauf“oder „Oecher Flohmarkt“ Computerschrott an Kommilitonen. Richtig gelesen: Computerschrott!

Zu Beginn dieses Jahrtausends waren große Monitore, wie 20“-Trinitron Monitore neu unerschwinglich mit ~ 2.000 DM und ich kaufte damals in einem Recycling-Unternehmen die von den Firmen abgegebenen „Monstermonitore“ für 50 Pfennig pro kg, was dann 20-25 DM pro 20-Zöller bedeutete. Die Monitore waren keineswegs alle defekt, sondern meist nach 2 Jahren aus der Garantie und wurden dann „entsorgt“.

Mit einem Kumpel zusammen reparierte ich die defekten Monitore – zum Beispiel durch Röhrentausch, wenn sich über die Potis an der Röhre keine Schärfe mehr rauskitzeln ließ.

Früher

Wie sich dem Archiv in Google Groups entnehmen lässt, verkaufte ich die meisten 20-Zöller für 400-500 ,- :

https://groups.google.com/forum/#!searchin/oecher.flohmarkt/20%22$20puttins

Ab 1999 verkaufte ich dann auch kleinere PC-Teile, die sich einfach verschicken ließen, per Ebay.

Beschiss?

Nö… lukrative Gewinnspannen! Jeder hätte letztlich bei dem Recycler kaufen können – verdient habe ich damals nur durch Wissensvorsprung und Geheimhaltung der Quellen… das ist wohl heute auch nicht anders, wenn man das „Verdienen im Internet“ auf SEOs eingrenzt… 😉

Dazwischen

So kann man/konnte man zu Beginn dieses Jahrtausends mit „Marktrennern“, wie zum Beispiel mit chinesischen Qipao-Kleidern aus Seide auf Ebay enorme Gewinne erzielen – Kaufpreis war 7 Euro im Großhandel, Verkaufspreis auf Ebay anfangs über 100 Euro. Allerdings „sättigte“ sich der Markt innerhalb eines Jahres schnell mit Verkaufskonkurrenten und die Verkaufspreise sanken auf um die 25 Euro. So ist es letztlich mit fast allen Geschäften: man muss den richtigen Riecher haben, am Anfang der „Welle des Produkts“ surfen und stetig seine Produkte variieren/erneuern.

Heute

Heute verdiene ich mit dem Verkauf von Texten für´s Internet, jedoch keineswegs derart lukrativ wie z.B. 2001 oder 2002 mit meiner im web.archive (waybackmashine) archivierten Webseite  , als ich fast ausschließlich für diverse Printmedien schrieb, die ich jedoch online kontaktierte: damals gab es pro gedruckter Seite zwischen 200 und 400 Euro.

In den letzten paar Jahren hätte ich nicht völlig selbständig von meinen Einnahmen als Texterin leben können und so resultiere ich in meiner dusseligen Unwissenheit: die Zeiten der „Internetmillionäre“, wie zum Beispiel Ingo Endemann, für den ich zu Beginn seiner „Karriere mit der abacho-Suchmaschine“ mal gearbeitet habe, sind besiegelt bzw. mit einem stetig steigenden Wissensvorsprung (das sich mit dem Quäntchen Glück paart) zumindest erheblich erschwert.

Über sabine puttins

Weißt Du, geliebter Dämon, dass ich eine fiese Kröte bin, die sich von Echsenschleim ernährt? Dass ich ständig auf der Suche nach frischem Natternblut bin und dann noch den Anspruch stelle, es möge Deine - Gramborns - ureigenste Lust darin stecken? Dämon, ich nenne Dich nun Gramborn, seit ich den ersten Schmerz meines Lebens erfuhr - und der war das helle und schmerzhafte Licht, das ich erblickte, als mich eine fette Hebamme von der Nabelschnur meiner Erzeugerin riss. Nichts - kein Schmerz in meinem Leben - verursachte derartige Pein wie dieses Reißen und Absäbeln von einem anderen Menschen. Ich wehrte mich, ich wollte nicht in die grauenvolle Welt, in der mich nur Leid erwartete. Wohl wusste ich genau, dass diesem Trennungsschmerz viele weitere folgen würden: das gesamte, grässliche Leben würde eine Abfolge....... . . . Ich wollte nicht raus aus meiner Wasserwelt, weigerte mich strikt, mich von dort auch nur einen Millimeter zu rühren. Aber die fette Hebamme kannte keine Gnade, zog und zerrte an mir, als meine Erzeugerin mich hinauskatapultierte in all die Grausamkeiten. Sie zerrte derart an mir, dass mein Sträuben keinen Erfolg hatte, riss mich in das Licht und von der Nabelschnur. Zur Strafe meines Ungehorsams und meiner Vehemenz, nicht weichen zu wollen, schlug sie mir derb auf mein Hinterteil. Ich war über und über mit Blut besudelt. Soviel Blut um mich herum erlebte ich später nur noch ein einziges Mal: Als mich unter eine Theke duckte, um einem 9-mm-Dumm-Dumm-Geschoß zu entgehen. Das Geschoss traf den Rocker mit der Hell´s-Angels-Kutte hinter mir und zersplitterte seinen Schädel derart, dass Fetzen seines Hirns sich mit Resten halbleerer Biergläser in der Spüle vermischten und andere (weniger wichtige Hirnareale?) auf mein T-Shirt spritzten. Jedenfalls hatte ich von dieser „körperlich-geistigen Vereinigung “ keinen Nutzen, außer den, dass ich nicht getroffen wurde. Das Blut quoll aus der zerrissenen Nabelschnur und Blut war der erste Geschmack, den ich empfand. Dieser Geschmack sollte der meines Lebens werden, er begleitete mich, er ließ mich nach meinem Dämon und Natternblut lechzen, nach nie erfüllbaren Wünschen, die sich damals manifestierten. Vor Angst über all dieses verschmierte Blut in mir und um mich herum, blieb mir nichts anderes übrig, als einen qualvollen, lauten Schrei von mir zu geben, der die Schreie des Kreißsaales lauthals übertönte. Mein Schrei erschütterte die Manifeste des Krankenhauses und einen kurzen Augenblick lang stand die Zeit still. Ich dachte, naiv, wie ich war, ich könnte sie für ewig anhalten, allem Einhalt gebieten und mir und der Welt das Leid ersparen, aber es gelang mir nur für einen Pico-Bruchteil einer Zeiteinheit - danach war es um mich geschehen!
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6 Antworten auf Kurze Geschichte der Internetgeschäfte

  1. Michael sagt:

    Hallo Sabine,
    das ist eine sehr interessante Geschichte und ich finde, du hast sehr viel Ahnung vom Geld verdienen (im Internet). Ich sehe es auch so, dass man am Anfang der Welle diese erkennt, denn am Anfang läuft das Business einfach am besten. Mit der Zeit erkennen dann immer mehr Mitbewerber, dass man da ganz gutes Geld verdient, es steigen immer mehr Wettbewerber in den Markt ein und unterbieten sich immer weiter. Ich finde, man muss deshalb vor allem auch dann, wenn es geschäflich gut läuft, auf der Hut sein und sich klar machen, dass das nicht für alle Zeiten so bleiben wird.
    Danke für die Schilderung deiner Erfahrungen.
    Viele Grüße
    Michael

    • Salve, Michael!
      Einmal angetrene Pfade trampeln sich halt durch „die Revolution der Massen“ schnell zu breiten Wegen aus, auf denen sich allerhand Konkurrenz tummelt: früher in Baudgeschwindigkeit, heute in beschleunigungsindzierter MB-Geschwindigkeit.

      Manchmal frage ich mich kurvenintegriert, ob man diese Beschleunigung vll. zu einem degressiven Kurvenverlauf zwingen kann, wenn man selber eher angebotsverhaltend agiert…?
      Letztes Jahr habe ich für einen wirklich guten, utopischen Roman PR gemacht: RESET

      der exakt dieses Thema umreißt und letztlich zu dem Schluss kommt: Negieren + RUNTERFAHREN -> Reset.

      Das hieße dann de facto, dass man theoretisch „alle Möglichkeiten ausschöpfen kann“, ebendieses aber bewusst unterläßt: Kein schlechter Plan gegen jegliches Übel der Welt, z.B. Klima, Energie, Ressourcen, etc.

      In diesem rätselnden Sinne verbleibe ich als ratender RaptorRaptor Rator rätselt über Ausgang

      mit Greetz
      Sabine

    • Salve, Michael!
      Der Wirtschaftstheoretiker Adam Smith propagierte vor ~ 200 Jahren exakt dieses Wachstumsstreben, was sich heute in der exorbitanten Ausbeutung der Ressourcen niederschlägt, denn die (mir verhaßte CDU) handelt noch heute nach Smith´ Theorien.

      Den Gegenpol stellte der Theoretiker Keynes damals dar, was mir rationaler erscheint: Gib den Leuten mehr Geld und sie kaufen mehr – stärke so die Nachfrage, statt sinnbefreit subventioniert die Angebotsseite (Smith) zu stärken, denn der Markt regle das von alleine.
      Die logische Folge, die Kapitalisten weiter zu „mästen“ musste und war Karl Marx.

      Analog sehe ich das als „Internetdinosaurier“ mit der purzelnden, technologischen Entwicklung, dem Web-Status sowie dessen Prognose :Raptor Rater rätselt über Ausgang

      In diesem Sinne verbleibe ich mit dem dinoraurischen, qualvollen Leid des Wartens auf Reply sowie
      mit Greetz
      Sabine

      PS: Ausführlicher habe ich im vorherigen Kommentar geantwortet…

  2. Bella sagt:

    Ok, ein Technikgenie :-) Ich hatte in den 1990ern auch mal ein Modem. Ich hab es genau drei Mal geschafft, mich dann irgendwo einzuwählen, über das Handschütteln sind ich, Modem, Modem der Gegenseite und mein PC damals aber nicht hinaus gekommen. Aber alleine das Geräusch, wenn eine Antwort kam war ein Erfolgserlebnis :-) Das Usenet habe ich so aber nie erreicht. Aber sagenumwobene Geschichten darüber gehört.
    Schönes Wochenende,
    Bella

    • Salve, Bella!
      GRUMPF… von wegen Technikgenie… habe mich damals jede Woche in den – ausschließlich mit männlichen Kommilitonen besetzten Computerclub der RWTH – gezwungen sowie in Elektrotechnik-Vorlesungen nebst Analysis und lineare Algebra…

      Dennoch waren die zäpfchenbehangenen Hominiden selten zu Lerngruppen zu motivieren, sondern sahen sich zum Beispiel bei Prof. Ameling im Audimax mit 1000 Studenten zu tösenden Applaus genötigt, wenn die andere weibliche Studentin oder ich den Hörsaal betrat…

      Prof. Ameling setzte dann noch eins drauf und eröffnete zum Beispiel seine Vorlesung mit den Worten „Aber meine Herren, soviel Applaus gebührt den beiden Damen nicht, denn Sie wissen doch: `Frauen brauchen eigentlich nur zu wissen, wo sie den Computer anschalten – und dazu müssen sie sich runterbeugen und ihn umarmen!“ [Original-Meme aus 1987 aka „GUI by brain“]

      Naja… aber derartige Umstände waren für mich der beste Ansporn, was dann bedeutete: Dreifachschicht einlegen und lernen lernen lernen – BCDI-Codierungen by brain, täglich ins Rechenzentrum, zusätzliche, studienbegleitende Informatik-Kurse als interdisziplinäre Kurse bei der Prüfungskommission mit Aufnahme in Studienordnung (M.A.) zu beantragen, etc.

      Als Zweitstudium war Elektrotechnik für mich vom Lernaufwand nicht realisierbar – also konnektieren…

      Abends daheim dann nach den täglichen Konnektionen mit 40-60 SWS in Germanistik, Romanistik und Elektrotechnik sowie Informatik lernen und „privat konnektieren“ und über Mailboxen Nonsensverifikationen zu verbreiten…

      Männer waren damals in Mailboxen nicht so auf Passwortstärke bedacht (zu neu war das Medium damals) und 80 % verwendeten „Passwort“ oder „sexy“ als Passwort, so dass ich nach 2-3 Einwählversuchen ihren Accounts be`frauen` konnte und in deren Namen meine Nonsendiversifikationen verbreiten konnte …;-)
      Sie mussten dann erstmal Sysops Privattelefonnummer erurieren und ihn winselnd anflehen, den ID-Klau rückgängig zu machen..nach einiger Zeit klappte die Accountübernahme das nur noch bei dem User „ToBo“, der nicht von seinem Lieblingspasswort „sexy“ in diversen Varianten ablassen konnte…

      Da HERRschte Krieg im „Netz“ damals, da ich als einzige Frau wohl die humanoiden Männschlein etwas verwirrte…

      Verwirrung stiften fällt da heute schon wesentlich schwerer, auch wenn ich trotzdem hartnäckig nicht 100 % davon ablassen kann, aber bei „Recreative Cocoa“ wird s mir heute zu affig und ich werfe lieber mit wurmbefreiten Bananen in quirxiger Manier statt den Datentanz mit Jekyll & Hyde in den Bananenbrotbäumen zu vollziehen…

      Hihi… heute sind die Technologien ja aktiv adaptibel, da warte ich dann auf eine weltweite anerkennende Nutzung der „Banana-API“…

      Ich muss doch nur genügend Bananen rauspurzeln, oder? 😉

      In diesem bananigen Sinne verbleibe ich mit
      Greetz
      Sabine

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